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Mallorca 312

Es war der erste Wettkampf seit… ja wann eigentlich? Seit 2 ½ Jahren. Ein gutes Gefühl, mal wieder an einer Startlinie zu stehen. Genau genommen 15 Minuten bis zur Startline, die Kay und ich uns mit 7998 anderen geteilt haben. Und genauso lange hat es gedauert, bis wir sie nach dem Startschuss überfahren haben.

Die M312. Das Radrennen auf Mallorca, das ursprünglich einmal um die Insel ging. Das sind eben 312 Kilometer. Inzwischen ist die Strecke etwas angepasst. Die Distanz ist geblieben, auch dass man so ziemlich über alle Berge der Insel darf/muss.

Alles fing schon eine Woche vorher mit Beginn des Trainingslagers an. Wir waren wieder eine schöne, gemischte Gruppe von 16 Sportlern. Kay und ich wurden fast immer von drei vereinslosen Jungs unterstützt, die jeden Anstieg als Challenge verstanden haben. Das machte Laune und jede Tour sehr kurzweilig.

Mit nur einem Pausentag ging es vorletzten Samstag dann um 6.30 Uhr ins Rennen. Nach 20 flachen Kilometern, viel Getümmel und zurechtrücken im Feld dann in den ersten Anstieg. Nach nicht einmal 2 ½ Stunden und einem 29er Schnitt war ich schon über einige Berge und in Sóller… geiles Ding! Kay auch nicht weit weg.

Was war eigentlich das Ziel für das Rennen? Fünf Jahre vorher bin ich hier schon mal gestartet. Auf dem Wunschzettel stand schon, die 11:41 Stunden möglichst zu unterbieten. Aber mit weniger Training und mehr Vorbelastung… geht das?

Es ging. Erste Strategie, die Pausenzeiten so klein wie möglich zu halten. Ich konnte dies auf 9 Minuten eindampfen und mir hier am Ende eine halbe Stunde Vorteil verschaffen.

Zweite Strategie, logisch: einfach schneller fahren. Und das war ich im Schnitt dann auch.

Nach den ganzen Bergen hatten wir uns in einer kleinen Gruppe von 10 Fahrern gefunden und konnten ein ordentliches Grundtempo fahren. Nach 150 km sind wir auf viele Fahrer der 167 km/225 km Strecke getroffen, die an Startern die Mehrzahl bildeten. Es war ein sehr cooles Gefühl, die Fahrer aus dem eher hinteren Feld zu überholen. Hey, wir hatten zum selben Zeitpunkt locker 60 km mehr auf'm Tacho und es fühlte sich an wie vorbeifliegen.

Etwa 25 Kilometer vor dem Ziel fährt man durch den Ort Artà, traditionell ist dort auf einem kleinen Platz die größte Party der gesamten Strecke. Bühne, Musik, Bierbuden und jede Menge jubelndes Publikum. Das hatte mir schon bei letzten Mal gut gefallen und dass ich mir im Vorbeifahren ein Bier vom Tablett des Kellners schnappen konnte.

Jetzt nur noch die lange, gerade Küstenstraße bis zum Ziel. Genau hier war für mich der emotionalste Moment. Das Wissen, es in jedem Fall zu schaffen. Kein Defekt kann einem das mehr nehmen, kein Hungerast, nicht überpaced. Und dann kurz vorm Ziel vorbei am Hotel steht auch noch eine ganz persönliche Fangruppe! Dörthe, Anka, Meike und Carola haben mich jubelnd auf die letzten 5 Kilometer geschickt.

Beim Überfahren der Ziellinie in Platja de Muro stand dann die erhoffte Zeit >11 Stunden auf dem Tacho. In Zahlen 10:55 Stunden (Netto 10:48), 29,3 km/h und eine Platzierung in den Top 127 von 1650 Finishern ist für mich nicht nur ein zufriedenstellendes, sondern ein mega Ergebnis!

Auf dem Rückweg zum Hotel, keine 30 Minuten später, meldete sich Kay auch aus dem Ziel. 

Einen Tag vorher, beim Abholen der Startunterlagen gab es für mich übrigens ein erstes Highlight, Alberto Contador (hat schon alle Grand Tours, nationale und internationale Meisterschaften gewonnen) wollte unbedingt ein Foto mit mir 😊

Nächster Meilenstein ist Bimbach400.

Puh, ist doch etwas mehr Text geworden. Wer bis hier gelesen hat… vielen Dank, ich hoffe es hat dir gefallen und ich werde bald von einem Event von dir lesen 😊

Flo

 

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